Sieg beim Bundesligafinale klar verpasst

Toni Stadler gewinnt aber Einzelwertung

Fünfmal in den letzten sechs Jahren hatten die Raceboardsurfer des RSC Chiemsee den Titel des Deutschen Meisters der Mannschaftsbundesliga nach Prien geholt. Deshalb waren sie auch diesmal Mitfavoriten für das Bundesligafinale, das vom 25. – 27. September am idyllischen Wannsee in Berlin stattfand. 18 Teams aus den Bundesligen Süd, West und Nord/Ost hatten sich qualifiziert. Toni Stadler, Christoph Liese und der mehrmalige Grandmasterweltmeister Frank Spöttel wussten, dass neben dem Vorjahresgewinner YC Paderborn vor allem die Mannschaften WSEV Berlin und DWSC Großenbrode/Ostsee viel trainiert hatten, um den Titel erstmals zu holen.

Die Meisterschaft war geprägt von zwar mäßigem, aber in allen Wettfahrten extrem drehendem Wind von 2 – 3 Beaufort. Deshalb waren neben Surf- und Pumptechnik vor allem Gespür für die Revierbedingungen und Wendemanöver zum richtigen Zeitpunkt gefragt. Nach dem Reglement kamen bei jeder Wettfahrt die beiden Besten jeder Mannschaft in die Wertung. Bereits nach den drei Wettfahrten am ersten Tag deutete sich an, dass die Chiemseer gegen die heimische Berliner Mannschaft und das Team aus Großenbrode einen schweren Stand hatte. Die Berliner hatten mit Johannes Girke und Lasse Mannsbarth zwei herausragende Starter, die Surfer von der Ostsee mit Andre Hartung, Robert Schulz und Lars Deiterding sogar drei. Beim Team des RSC Chiemsee 1 konnte da nur Toni Stadler mithalten, die ordentlichen Platzierungen von Christoph Liese und Frank Spöttel reichten nicht für einen Angriff auf die Spitze, so dass am Ende des ersten Tages 10 Punkte Rückstand auf die führenden Berliner zu Buche standen.

Gleiche Bedingungen am zweiten Tag: vier Wettfahrten bei schwierigen Windbedingungen, und die Berliner und Großenbroder setzten sich an der Spitze ab. Die Priener folgten mit schon größerem Abstand, jedoch auch mit großem Vorspung auf das viertbeste Team, den Vorjahresmeister aus Paderborn. Am Sonntag konnten schließlich noch zwei Wettfahrten gestartet werden. Bis zur letzten Wettfahrt führten die Berliner und gerade in dieser patzten sie. Ihre beiden Besten wählten die falsche Seite, Großenbrode holte auf und zum Schluss waren beide Teams punktgleich. Da nach dem Reglement in diesem Fall die letzte Wettfahrt den Ausschlag gab, holte sich das Team Andre Hartung, Robert Schulz, Lars Deiterding und Walter Radeke erstmals die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Die Priener Truppe musste sich mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Eine überragende Leistung bot aber der Bernauer Toni Stadler in der Einzelwertung. Außer dem Olympiastarter Toni Wilhelm, der in der Klasse RS:X startet, war die gesamte Elite der  deutschen Regattasurfer am Wannsee am Start. Nach einem 10. Platz in der ersten Wettfahrt, als er sich noch an die Revierverhältnisse gewöhnen musste, lag er mit zwei zweiten Plätzen nach dem ersten Tag auf Rang drei. Am zweiten Tag übernahm er mit den Plätzen 1, 3, 2 und 1 schon klar die Führung. Diese gab er nicht mehr ab. Zwar wurde er bei der 8. Wettfahrt, wo er an zweiter Stelle lag, wegen Frühstart zu Recht disqualifiziert. Aber die letzte Wettfahrt gewann er dafür überlegen. Am Ende hatte er zwei Punkte Vorsprung vor Andre Hartung/Großenbrode und den Berlinern Lasse Mannsbarth und Johannes Gierke. Christoph Liese steigerte sich im Verlauf der Meisterschaft und erreichte mit Rang 9 noch einen Top-Ten-Platz. Frank Spöttel wurde 16. Das Chiemsee-Masterteam Josef Stiedl, Rolf Huber, Heinz Häusler und Uwe Lohse kam in der Endabrechnung auf Rang 14., in der Master-Unterwertung auf Platz 5.

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