Sieg beim Bundesligafinale wieder verpasst

Ostseeteams gewinnen bei spannenden Wettkämpfen am Chiemsee

Fünfmal in den letzten acht Jahren hatten die Raceboardsurfer des RSC Chiemsee den Titel des Deutschen Meisters in der Mannschaftsbundesliga nach Prien geholt. Nach einer Nichtteilnahme vor zwei Jahren und dem dritten Platz im Vorjahr wollten sie heuer unbedingt um den Sieg mitfahren, wurde das Finale doch vom 1. – 3. Oktober in heimischem Gewässer am Chiemsee ausgetragen. 54 Starter aus 13 Erwachsenenteams aus den Bundesligen Süd, West und Nord/Ost hatten sich qualifiziert. Neben den Prienern waren vor allem die Teams von Großenbrode/Ostsee, die mit zwei Mannschaften am Start waren und das Team vom WSeV Berlin favorisiert.

Nach Flaute am ersten und dem Großteil des zweiten Wettfahrtages frischte der Wind am Sonntagnachmittag urplötzlich auf und ließ zwei anspruchsvolle Wettfahrten mit knapp drei Beaufort zu. Die standen für die Priener allerdings unter keinem guten Stern: Toni Stadler bemerkte auf dem Wasser, dass er einen Stein in seiner Mastschiene hatte, der so lange nicht entfernt werden konnte, dass er für die erste Wettfahrt ausfiel. Seine Schwester hatte in der zweiten Wettfahrt einen tollen Start – Frühstart, Disqualifikation. Der Weltmeister musste die Situation retten: der mehrfache Master-Weltmeister Frank Spöttel zeigte es allen jungen Topsurfern im Feld und gewann die erste Wettfahrt, leistete sich allerdings in der zweiten Wettfahrt einen 16. Platz. Da bei Mannschaftswettbewerben immer die zwei Besten eines Teams gewertet werden, punkteten Regina Stadler als 11. in der ersten und Christoph Liese als 10. in der zweiten Wettfahrt. Dies reichte am Ende des Tages nur zu Rang vier in der Zwischenwertung.

Am Montag war es empfindlich kalt, es regnete – aber es gab sehr guten Gleitwind von 3 – 4 Beaufort und vier harte Wettfahrten. Und die Chiemseer wollten es wissen: vor allem Toni Stadler steigerte sich ungemein und belegte in diesen Wettfahrten die Ränge 3, 2, 1 und 1. Auch seine Mannschaftskollegen Spöttel, Liese und Regina Stadler fuhren bei diesen Bedingungen konstant in die Top Ten. Damit überholten sie schnell das Team aus Berlin und in der letzten Wettfahrt sogar noch die Vorjahressieger Großenbrode 1.

Sehr souverän und vor schnell surfte aber die Mannschaft Großenbrode 2 mit der Olympiafünften von London Moana Delle und ihren Mannschaftskollegen Fabian Grundmann und Robert Schulz. Sie zeigten vor allem die ausgeglichendste Leistung auf hohem Niveau und holten sich verdient den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters. Zum Verdruss der Chiemseer legte ein Teilnehmer zuletzt noch einen Protest gegen Toni Stadler wegen eines Formalverstoßes (er hatte den Wechsel eines defekten Boards vor der zweiten Wettfahrt versehentlich nicht bei der Wettfahrtleitung angezeigt) ein, der zur Disqualifikation in dieser Wettfahrt führte. Damit rutschte das Team RSC Chiemsee wieder zurück auf Rang 3. Mit diesem Platz konnten die Priener dennoch sehr zufrieden sein, auch wenn Defekte und Diqualifikationen eine bessere Platzierung verhindert hatten.

Einen guten dritten Platz holte sich die Mannschaft RSC Chiemsee 2 in der Masterwertung. Fredi Dillmann, Josef Stiedl, Heinz Häußler und Rolf Huber musste sich nur zwei Teams aus Großenbrode und Paderborn geschlagen geben.

Parallel dazu wurde auch das Bundesligafinale in der Nachwuchsbundesliga ausgetragen. Leider war den meisten auswärtigen Jugendlichen die Anfahrt nach Süddeutschland an den Chiemsee zu weit, so dass insgesamt nur 10 Teilnehmer am Start waren. Bei den Chiemseern wurde schmerzlich die erkrankte Deutsche Jugendmeisterin Selina Horber vermisst. Den Sieg holten sich deshalb die Jugendsurfer vom JW Paderborn mit Eike Drawe und Richard Sprenger, die zweiten und vierten der diesjährigen Deutschen U 17-Meisterschaft. Vizemeister wurde das Priener Mädchenteam mir Hannah Kapser und Pauline Ramoser. Ramoser gewann immerhin eine Wettfahrt, Kapser war zweitbeste Einzelsurferin, wenn man die Ergebnisse der Wettfahrten zusammenrechnet. Den dritten Platz und gleichzeitig den ersten Platz im der U 15-Wertung gewannen Samy Vielhuber, Frederik und Franziska Sieper. Der Rimstinger Samy Vielhuber beeindruckte bei den letzten drei Wettfahrten und gewann überraschend alle drei gegen die wesentlich ältere Konkurrenz. Bei einer davon wurde er allerdings wegen Frühstarts nachträglich disqualifiziert.

Ergebnisse

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